Pressemitteilungen - Deutsche Diabetes Hilfe Mitteldeutschland

Deutsche Diabetes Hilfe
Menschen mit Diabetes
Landesverband Mitteldeutschland e.V.
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Pressemitteilungen

Im Licht der Presse
Pressemitteilungen und Informationen aus anderen Fachgesellschaften
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16.04.2020

Selbsthilfe in Zeiten von Corona möglich?
Über Nacht gab es innerhalb der Europäischen Union Entscheidungen, die niemand vorher für möglich gehalten hat. Es steht außer Frage: besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen und Entscheidungen. Dass aber über Nacht im Schengenraum wieder Grenzen undurchlässig wurden, einseitig und ohne gemeinsames Vorgehen abgeriegelt wurden, war sichtlich zu erkennen.
Wir erhielten von einem Menschen mit Diabetes eines frühen morgens einen aufgeregten Anruf aus der Tschechischen Republik, wo er beruflich weilte. Plötzlich war sein Heimweg nach Deutschland auf nicht absehbare Zeit versperrt und seine Insulinvorräte waren darauf nicht abgestellt. „Helfen Sie mir“, war seine dringende Bitte.
Wie kann hier ein ehrenamtlich arbeitender Verband, der sich Selbsthilfe und Interessenvertretung für Menschen mit Stoffwechselerkrankungen auf die Fahnen geschrieben hat, helfen?
Dank unserer guten und gewollten Zusammenarbeit als Deutsche Diabetes Hilfe für Menschen mit Diabetes (DDH-M), Landesverband Mitteldeutschland e.V. mit den Diabetesärzten und den Diabetesberatern und unserer Vernetzung über die sozialen Medien mit anderen Betroffenen über die sozialen Medien versuchten wir dringen schnelle Hilfe zu organisieren – und dies gelang uns auch. Nach zwei Tagen konnte der Betroffene auf dem Postweg zugestelltes Insulin in Empfang nehmen und so die Zeit überbrücken, bis er wieder nach Hause konnte.
Wir sind froh und stolz, dass wir dank der Hilfe vieler unserer Mitglieder und Freunde auch in einer außergewöhnlichen Notlage schnell und unbürokratisch helfen konnten. Wir haben aber dadurch auch erkannt, welche Bedeutung ein Europa ohne Grenzen und ein einheitliches, konzertiertes Handeln aller Mitgliedsländer hat. Uns wurde auch deutlich, dass uneinheitliches und unabgestimmtes Handeln für einzelne Menschen zu einer Gefährdung führen kann, die vermeidbar war und ist. Ob es uns gelingt anhand dieses kleinen Beispiels bei Verantwortlichen Nachdenklichkeit zu erzeugen? Im Interesse der Menschen wäre dies sicher wünschenswert.
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Presseinformation
5 Jahre Selbsthilfe und Interessenvertretung für Menschen in Mitteldeutschland
Am 22.11.2014 fanden sich am Rande der zentralen Deutschen Veranstaltung zum Weltdiabetestag in Leipzig einige Betroffene und gründeten einen Verband, der sowohl die Interessen von Menschen mit Diabetes in Politik und Gesellschaft vertritt, als auch die Probleme aus eigener Erfahrung kennt und anderen bei der Bewältigung hilft: den Deutsche Diabetes Hilfe für Menschen mit Diabetes – Landesverband Mitteldeutschland e.V. (DDH-M – LV MD).
In mehr als 98 % ihrer Zeit sind Menschen mit Diabetes auf sich allein gestellt und nur in der übrigen geringen Zeit sind sie mit Therapeuten, Ärzten, Podologen, Diabetes- und / oder Ernährungsberatern im Kontakt. Das verdeutlich, wie . wichtig die Selbsthilfe und das Selbstmanagement sind. Geht es doch um ein trotzdem angenehmes Leben und das Verhindern von Begleit- und Folgeerkrankungen.
Von Beginn an haben wir unsere Arbeit als Landesverband auf eine gute Zusammenarbeit mit den Therapeuten gelegt. Dies ist wichtig, denn Betroffene sind nur selten auch Mediziner und Forscher. Gerade der dramatische Anstieg an Neuerkrankungen (wir gehen von gut einem Fünftel der Bevölkerung aus) in Deutschland, insbesondere auch unter Kindern und Jugendlichen, zeigt die Bedeutung einer organisierten Selbsthilfe für die Menschen mit Diabetes, aber auch für die Volkswirtschaft, insbesondere auch durch die Folgeerkrankungen.
Von Anfang an hat unser neuer Landesverband Wert auf Ehrenamt, Prävention, Selbsthilfe und Aufklärung gesetzt. Ganz bewusst haben wir die mitteldeutschen Länder in einem Landesverband zusammengefasst, was gerade auch die Organisationsstrukturen mit nur einer Geschäftsstelle strafft und die Gelder in die Inhalte und nicht in die Strukturen fließen lässt.
Für die Zukunft des DDH-M – LV Mitteldeutschland wünschen wir als Betroffene uns eine stärkerer Wahrnehmung der Volkskrankheit Diabetes mellitus im Bewusstsein der Öffentlichkeit, insbesondere einen Nationalen Diabetesplan, den es in anderen Ländern der Europäischen Union schon länger gibt und der den Kampf gegen diese chronische Erkrankung zielsicherer und erfolgreicher macht.
Deutsche Diabetes Hilfe für Menschen mit Diabetes
Landesverband Mitteldeutschland e.V.
Geschäftsführender Landesvorstand
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20.11.2019
Neue DDG Patientenleitlinie „Diabetes und Straßenverkehr“ - Was Diabetespatienten beim Autofahren beachten müssen und welche Rechte sie haben
In Deutschland ist schätzungsweise jeder zehnte Führerscheininhaber von Diabetes betroffen. Die Sorge, die Fahrerlaubnis aufgrund der Erkrankung zu verlieren, ist bei den meisten sehr groß: Viele stoßen auf Probleme mit Behörden und Vorbehalte im privaten sowie beruflichen Umfeld. Die neue Patientenleitlinie „Diabetes und Straßenverkehr“ der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) erklärt in patientenverständlicher Sprache den Stand der Wissenschaft und gibt Betroffenen eine Orientierung, wie sie mit ihrem Diabetes sicher am Straßenverkehr teilnehmen können. Denn fast alle Diabetespatienten dürfen aktiv am Straßenverkehr teilnehmen – sowohl am Steuer eines Privat-PKW als auch beruflich als Taxi-, Bus- oder LKW-Fahrer.
Viele haben die Vorstellung, dass Menschen mit Diabetes im aktiven Straßenverkehr deutlich mehr Unfälle verursachen als Gesunde. „Untersuchungen zeigen jedoch, dass eine Diabeteserkrankung per se nicht die Unfallhäufigkeit erhöht“, erklärt Professor Dr. med. Baptist Gallwitz, Mediensprecher der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). „Auch ein hoher Langzeitblutzuckerwert, der so genannte HbA1c-Wert, oder eine Insulintherapie an sich stellen erst einmal kein Sicherheitsrisiko dar, betont der Stellvertretende Direktor der Medizinischen Klinik IV am Universitätsklinikum Tübingen. Um Betroffene und das berufliche sowie private Umfeld besser zu informieren und mit unbegründeten Vorbehalten aufzuräumen, hat die DDG jetzt die Patientenleitlinie „Diabetes im Straßenverkehr“ veröffentlicht. Sie ist eine Ergänzung zur bereits bestehenden wissenschaftlichen Leitlinie, die sich an Ärztinnen und Ärzte, Diabetesberaterinnen und -berater, Psychologinnen und Psychologen sowie Behörden richtet.
Die neue Patientenleitlinie gibt wichtige Handlungsempfehlungen, wie Diabetespatientinnen und -patienten sicher am Straßenverkehr teilnehmen können, und zeigt auf, wann gegebenenfalls eine Fahruntauglichkeit bestehen kann. Denn das Unfallrisiko für Menschen mit Diabetes kann sich deutlich erhöhen, wenn die Therapie nicht sorgfältig erfolgt und es wiederholt zu Unterzuckerungen kommt. „Allgemein gilt, Hypoglykämien zu vermeiden“, erklärt Diplom-Psychologin Eva Küstner. „Denn eine Unterzuckerung bedeutet konkret, dass die Fahrerin oder der Fahrer in der Aufmerksamkeit, Wahrnehmung und im Sehvermögen sehr eingeschränkt ist.“ Die Diabetes-Fachpsychologin rät Patienten mit Insulinbehandlung daher, vor jedem Fahrtantritt den Blutzucker zu messen. Liegt dieser unter 90mg/dl (5 mmol/l) ist eine Kohlehydratzufuhr dringend zu empfehlen. Bei einer akuten Behandlung der Unterzuckerung sollten mindestens zwei KE/BE schnell wirksame Kohlenhydrate – beispielsweise in Form von Traubenzucker oder Fruchtsaft – eingenommen werden. „Bei längeren Fahrten empfehlen wir mindestens eine dreistündliche Blutzuckermessung“, so Küstner. Um die Werte stets im Blick zu haben und schnell auf Veränderungen reagieren zu können rät die Expertin dazu, das Blutzuckermesssystem und ausreichend Kohlehydrate griffbereit zu halten.
Darüber hinaus müssen Menschen mit Diabetes Beeinträchtigungen, die aus Folge- und Nebenerkrankungen des Diabetes entstehen, realistisch einordnen. So können Sehstörungen durch eine diabetische Netzhauterkrankung oder sensorische Wahrnehmungsprobleme aufgrund eines diabetischen Fußsyndroms ein großes Sicherheitsrisiko im Straßenverkehr bedeuten. „Patienten müssen hier sehr genau über Einschränkungen ihrer Fahrtauglichkeit aufgeklärt werden, aber auch darüber, ob diese Einschränkungen beispielsweise mit technischen Maßnahmen kompensiert werden können. Patienten sollen wissen, wo sie sich über diesbezügliche Leistungen – wie der Rentenversicherungsträger – informieren können.“ Der Reha-Mediziner Dr. med. Peter Hübner hält diese Informationen für Patienten sehr wichtig. „Patienten, die ihre Fahrerlaubnis verlieren, büßen einen Großteil ihrer beruflichen und gesellschaftlichen Teilhabemöglichkeiten ein“.
Ergänzend zur Leitlinie empfehlen die Experten, in Diabetesschulungen Kenntnisse und Fertigkeiten zu erlernen, um sicher mit seinem Diabetes umzugehen. „Studien zeigen, dass sich eine solche Schulung positiv auf die Fahrsicherheit auswirkt“, betont Diplom-Sozialpädagoge Wolfgang Schütt. „Hier lernen die Patienten unter anderem allgemeine aber auch individuelle Strategien zur Vermeidung, Erkennung und zum richtigen Verhalten bei Hypoglykämien.“
„Abhängig von Diabetestyp, Begleitkomplikationen und individueller Therapieform muss zusammen mit dem betreuenden Diabetologen überlegt werden, wie das Risiko für Unterzuckerungen minimiert werden kann“, erläutert Professor Dr. med. Reinhard Holl, Koordinator und Mitautor der wissenschaftlichen Leitlinie „Diabetes und Straßenverkehr“ und Mitglied im Ausschuss Soziales der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). „Dabei können ein Hypoglykämietraining, eine Therapieumstellung oder beispielsweise für Menschen mit Diabetes Typ 1 auch der Einsatz technischer Hilfsmittel wie die Insulinpumpe und die kontinuierliche Glukosemessung (CGM/FGM) erwogen werden.“ Allerdings warnt der Diabetologe aus Ulm Patienten davor, Insulinpumpen oder CGM-Systeme im Eigenbau so zu verändern, dass sie als „Closed-Loop-Systeme“ einsetzbar sind. „Wer damit am Straßenverkehr teilnimmt, geht ein hohes Risiko ein“, betont Holl. „Treten bei nicht-zugelassenen Produkten Fehlfunktionen auf und wird dabei beispielsweise unbemerkt eine überhöhte Insulindosis abgegeben, kann dies zu einer schweren Unterzuckerung und damit auch zu Unfällen führen.“ Die Folgen sind schwerwiegend. „Betroffene müssen dann mit strafrechtlichen Konsequenzen und Haftungsforderungen rechnen“, klärt Rechtsanwalt Oliver Ebert, Vorsitzender des Ausschusses Soziales der DDG, auf.
Die Patientenleitlinie will Menschen mit Diabetes darüber hinaus unterstützen, ihre Rechte gegenüber Ärzten und Behörden zu wahren. Denn noch immer stellen Fahrerlaubnisbehörden oder Begutachtungsstellen die Fahreignung der Diabetespatienten infrage. „Gutachten werden jedoch häufig nicht mit der gebotenen Sorgfalt oder nicht unter Berücksichtigung der Vorgaben erstellt. Patienten verlieren dann unnötigerweise ihre Fahrerlaubnis“, kritisiert Ebert, der ebenfalls Koordinator und Mitautor der Patientenleitlinie ist. Dank dieser Leitlinie sei es für Patienten auch deutlich einfacher, gegen ein fehlerhaftes Gutachten vorzugehen und einen drohenden Verlust der Fahrerlaubnis abzuwenden. „Aber auch gegenüber Ärzten können Betroffene jetzt sicherer auftreten und gegebenenfalls medizinisch begründete Fahrverbote hinterfragen“, stellt Ebert klar.
In der Patientenleitlinie sind darüber hinaus u.a. Informationen zu nachstehenden Themen enthalten:
  • Empfehlungen für Kraftfahrer mit Diabetes unter Behandlung mit Sulfonylharnstoffen und/oder Insulin
  • Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Informationen zu Unterzuckerungen
  • Was ist zu tun, wenn die Fahrerlaubnisbehörde von Ihnen ein Gutachten fordert?
Quellen:
Weitere Informationen:

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